Von TYPO3 9 auf 14: Praxisbericht Heimatbund Osnabrücker Land

Fünf Hauptversionen in einem Schritt: wie die Website des Heimatbunds technisch neu wurde – und für Besucher vertraut blieb.

Erschienen am · von Mathias Wortmann

Kurz gesagt

Seit dem 1. Oktober 2026 läuft hbol.de, die Website des Heimatbunds Osnabrücker Land e. V., auf TYPO3 14 LTS. Vorher war es TYPO3 9 – eine Version, für die es seit Ende September 2025 keine Sicherheitsupdates mehr gibt, auch nicht gegen Bezahlung. Statt Version für Version zu aktualisieren, haben wir den technischen Unterbau neu gebaut und die Inhalte übernommen. Für Besucher sieht die Seite aus wie vorher; die Redaktion arbeitet mit denselben Inhalten weiter.

Die Ausgangslage

Der Heimatbund informiert auf hbol.de über seine Mitgliedsvereine von Bad Essen bis Wallenhorst, über Termine, das Heimat-Jahrbuch und Neuigkeiten aus den Vereinen. Die Website lief auf TYPO3 9. Dessen kostenlose Pflege endete am 30. September 2021, der kostenpflichtige Extended Long Term Support (ELTS) am 30. September 2025. Seitdem bekommt TYPO3 9 keine Sicherheitskorrekturen mehr.

Dazu kam der Aufbau der alten Seite: Layout, Inhaltselemente und Formulare hingen an mehreren Erweiterungen, darunter Mask und powermail – für beide lag im TYPO3 Extension Repository Mitte September 2026 noch keine Version für TYPO3 14 vor. Ein Update auf die aktuelle Version hieß also nicht nur, TYPO3 selbst anzuheben, sondern auch die Bausteine zu ersetzen, auf denen jede Seite aufbaut.

Die Vorgaben

  • Gleiches Aussehen: Mitglieder und Besucher sollten sich sofort zurechtfinden – keine neue Gestaltung, sondern eine neue Technik darunter.
  • Alle Inhalte bleiben: Seiten, Bilder, Dokumente, Termine und Nachrichten wandern vollständig mit.
  • Kein Stillstand: Die Redaktion pflegt die alte Seite weiter, bis die neue live geht.
  • Alle Adressen funktionieren weiter – auch die der Nebendomains, unter denen der Heimatbund ebenfalls zu finden ist.

So sind wir vorgegangen

1. Neuer Unterbau statt fünf Einzelschritte. Zwischen TYPO3 9 und 14 liegen fünf Hauptversionen. Jede davon einzeln zu durchlaufen hätte bedeutet, auch die alten Erweiterungen jedes Mal mitzuziehen – um sie am Ende doch zu ersetzen. Wir haben deshalb direkt auf TYPO3 14 ein eigenes Sitepackage gebaut: Layout, eigene Inhaltselemente für Jahrbuch, Veranstaltungen und Nachrichten, Formulare mit dem TYPO3-eigenen Formular-Modul. Die Inhalte kamen aus der bestehenden Datenbank.

2. Parallel auf einer Vorschau-Adresse. Die neue Seite lief wochenlang neben der alten. So ließ sich jede Seite direkt mit dem Original vergleichen, ohne dass Besucher etwas davon merkten.

3. Abgleich mit dem Live-Stand. Weil die Redaktion die alte Seite weiter pflegte, haben wir die neue vor der Umstellung mehrfach mit dem aktuellen Stand der alten abgeglichen und Änderungen – etwa eine verschobene Veranstaltung oder ein neues PDF – übernommen.

4. Umstellung mit Rückweg. Am Abend des 1. Oktober zeigte hbol.de auf die neue Seite. Eine Sicherung des alten Zustands lag bereit, um notfalls zurückzuschalten. Die Nebendomains leiten seitdem mit dem jeweiligen Pfad auf hbol.de weiter, sodass alte Links und Lesezeichen ankommen. Mit umgezogen sind auch die E-Mail-Postfächer – samt Anleitung für die Einrichtung in Outlook.

Was jetzt anders ist

  • Gepflegte Version: TYPO3 14 LTS bekommt bis zum 30. Juni 2029 kostenlose Updates.
  • Schlankerer Unterbau: Bootstrap 5, kein jQuery mehr, nur die Bausteine, die die Seite wirklich nutzt.
  • Nachrichten: Meldungen sind eigene Seiten mit Datum, Anrisstext und Bild und erscheinen auf der Startseite und unter „Aktuelles“.
  • Formulare: Anfragen gehen weiter per E-Mail ein und werden zusätzlich im Backend gespeichert – nach zwölf Monaten werden sie automatisch gelöscht. Ein Spamschutz hält Werbe-Einsendungen fern.
  • Passende Bildgrößen: Das große Titelbild der Startseite kommt im modernen WebP-Format und in der Größe, die das jeweilige Gerät braucht.

Was andere daraus mitnehmen können

  • Bei großen Sprüngen den Unterbau prüfen: Liegen mehrere Hauptversionen dazwischen und stammen Layout und Elemente aus Erweiterungen ohne Zukunft, ist ein neuer Unterbau mit Übernahme der Inhalte oft der kürzere Weg.
  • Parallel bauen, dann umschalten: Die alte Seite bleibt online, bis die neue fertig ist – mit einem festen Termin und einem Rückweg.
  • An alles rund um die Website denken: Nebendomains, Weiterleitungen, E-Mail-Postfächer und Formulare gehören in den Plan.
  • Danach klein bleiben: Wer die Wartungsupdates laufend einspielt, steht beim nächsten Versionswechsel vor einem kleinen Schritt statt vor einem großen.

Wo Ihre eigene Seite steht, zeigt der CMS-Check; eine erste Kostenschätzung für ein Update gibt der Update-Rechner.

Häufige Fragen

Das ist bei kleinen Abständen der richtige Weg. Hier lagen fünf Hauptversionen dazwischen, und die alten Erweiterungen für Layout und Inhaltselemente hätten am Ende ohnehin ersetzt werden müssen. Ein neuer Unterbau auf TYPO3 14 mit Übernahme der Inhalte ersparte die Zwischenschritte.

Die Inhalte sind dieselben. Neu sind die Oberfläche von TYPO3 14 und die eigenen Inhaltselemente, die genau die Felder zeigen, die gebraucht werden. Nachrichten werden als eigene Seiten angelegt.

Die Seiten haben ihre Adressen behalten, denn die Inhalte kamen aus derselben Datenbank. Die Nebendomains leiten dauerhaft (301) mit dem jeweiligen Pfad auf hbol.de weiter, sodass Lesezeichen und Suchmaschinen-Einträge ankommen.

Der CMS-Check nennt System, Version und Wartungsstand. Wie Sie die Version selbst herausfinden, erklärt unser Artikel „Welche TYPO3-Version hat meine Website?“.

Quellen

Veröffentlicht mit Zustimmung des Heimatbunds Osnabrücker Land e. V. Stand der Angaben: 6. Oktober 2026.

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